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Mittwoch, 15. März 2006
Revolution II
Von narrenkoenig21, 14:56


" Jedes Herz ist eine revolutionäre Zelle. "


Ich hab mir heute in der Schule ein paar ziemlich seltsame Gedanken gemacht, muss ich sagen. Auslöser für das Ganze war der Film "Die fetten Jahre sind vorbei", den wir jetzt im Deutschunterricht gucken.
Als ich das erste mal von der Story gehört habe ( "Frustrierte Jugendliche brechen in Nobelvillen ein, klauen aber nichts, sondern stellen nur alles um und lassen alles in chaotischen Zuständen zurück. Sie ermahnen die Reichen mit Botschaften wie "Die fetten Jahre sind vorbei - Die Erziehungsbrechtigten" sich in ihrem Luxus nicht ZU sicher zu fühlen") dachte ich mir schon "Oh Mann, endlich mal 'was kreatives und auch endlich mal ein Film mit Sinn!" Wir haben dann im Unterricht auch angefangen diesen Film zu gucken und ich muss ganz offen sagen, dass ich reichlich begeistert von dem war, was ich da gesehen habe:
Der Film hatte Spannung, extrem viel Tiefgang, regt zum Nachdenken an und ist witzig und auch schauspielrisch astrein rübergebracht worden!

Als ich de Klassenraum verließ, da hab ich mal so umgeschaut und drüber nachgedacht, was ich da eigentlich sehe:
Die Schule, was ist das eigentlich? "Schule" ist doch kaum noch "ein Ort, an dem man etwas lernen kann". So kommt es mir zumindest meistens vor...

Für mich ist die Schule ein Ort, an dem ich höchstens zweierlei lernen muss:
Oberflächlichkeit und Anpassung!
Wenn man einmal offenen Auges durch die Schule geht, man sieht Gewohnheit, man sieht Ignoranz, man sieht stumpfes "nebeneinander herleben". Veränderungen, frischer Wind oder aufrichtigen Willen etwas zu ändern - diese Dinge trifft man nicht an, selbst wenn sich die jungen Menschen mit all den frischen Ideen auf den Füßen stehen!

Ich bin umgeben von Menschen, einige von ihnen mag ich, andere kann ich auf den Tod nicht ausstehen. Manche sind sehr lustig, andere sind mir sehr gute Freunde. Aber fast niemand von denen tut etwas wirklich wichtiges! Alles geht unter in einer eintönigen Oberflächlichkeit! Alles sind gleich, alle tun dasselbe und alle reden über dasselbe!
Sieht man sich die Typen einmal an, so kann ich's schon voraussehen:
Der da wird Angestellter in irgendeinem Büro, der dort wird Chemiker in einem Großbetrieb und die dort drüben wird mütterliche Hausfrau! Sie alle werden sich anpassen, sie werden ihre ganz normalen Berufe ergreifen und werden ihr ganz normales Leben führen. Man wird nie wieder etwas von ihnen hören...

Aber wer will schon in der Masse untergehen? Wer will denn nicht hervorstechen, "anders" sein? Anders, ganz einfach anders...

Ich selber nehme mich nicht aus:
Mein Leben ist von lauter Gewohnheiten geprägt! Ich tue nichts besonderes, nichts von bedeutung! Und dann wundere ich mich, wenn alles so festgefahren ist und nach immer wieder demselben Schema abläuft! Ich werde davon überzeugt, dass Noten, Freunde, "cool sein" und das Lernen das Wichtigste sind!
Nein! Das sind sie nicht! Das einzige was zählt ist, was wir SIND und was wir TUN! Das und nichts anderes sollte wichtig sein in dieser Welt!! Und was ist mit dieser Welt los? Sie ist so normal, so schrecklich normal, dass es schon fast weh tut!

Und die Menschen? Ja, die Menschen, sie sind alle "angepasst", "von der Gesellschaft akzeptiert" und leben dumpf nebeneinander her, ohne sich um den Andern zu scheren. Ignoranz ist mit unter das größte Problem unserer Zeit:
Die Ignoranz hindert uns daran uns in andere hinein zu versetzen, uns um diese zu kümmern. Wir rennen stumpf an denen vorbei, die wirklich unsere Hilfe benötigen! Wir sehen sie erst gar nicht und stolpern wir einmal über diese Menschen und können ihre Existenz nicht mehr so einfach leugnen, dann beschimpfen wir diese Menschen als "Memmen", "Luschen" und "Looser", die sich "nicht so anstellen" sollten...

Es gibt eine gigantische Zahl armer Menschen und zur gleichen Zeit wächst der Reichtum einiger weniger privilegierter Menschen ins Unermessliche! Die Menschen schuften sich ab, damit einige wenige Menschen die Möglichkeit haben mehr und mehr sinnlosen Reichtum anzuhäufen und in ihrer schier endlosen Arroganz damit herumprotzen!

Die Reichen fühlen sich sicher in ihrem Luxus, unangreifbar und unsterblich in ihrem Überfluss! Und zur gleichen Zeit stirbt bei den Menschen der Wille ab, aufzustehen, weiterzugehen und zu revoltieren! Nein, der Mensch versinkt in seiner angepassten Oberflächlichkeit und die Massenmedien, unsere stumpfe Medienwelt zieht uns immer weiter und weiter und weiter hinab in diesen Teufelskreis!

Dieser Reichtum treibt die breite Masse in die Anpassung, der "normale Mensch" verkriecht sich in seinem "normalen Leben", in seinem Beruf, der alles andere als extravagant ist!

Kaum ein Mensch sticht noch grpßartig hervor, ist etwas besonderes oder hat den Willen Veränderungen nicht nur zu fordern, aber auch wirklich durchzusetzen!! Wir müssten gegen die Lethargie in unseren Leben ankämpfen, aber was ist stattdessen der Fall?
Jeder meckert! Ein jeder meint seine übergroße Klappe aufreißen zu müssen!! Jeder jammert anstatt sich hinzustellen und diese Welt ein Stückchen besser zu machen! Jedermann will eine andere Welt, aber niemand will die Veränderungen, niemand will auf seine Privilegien verzichten!!

Die Menschen haben - im Gegenteil - sogar eine Heidenangst, richtige Panik davor etwas zu verändern, selbst wenn sie mit den allgemeinen Umständen unzufrieden sind!

Ich finde, SO kann diese Welt NICHT weitergehen!!



Der Narrenkönig

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