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Dienstag, 30. Mai 2006
Der kleine Prinz
Von narrenkoenig21, 21:27

Ich war gestern so unendlich sauer. Doch war ich gestern enttäuscht und habe ich mich gestern völlig überfordert gefühlt, umso trauriger bin ich nun und desto stärker ist nun das Gefühl, so viel verpasst zu haben. So viele Dinge sind in meinem Leben schief gelaufen und ich kann kaum glauben, dass all die Fehler der Vergangenheit mir eine gute und schöne Zukunft garantieren können. Mein Leben ist kalt, immer kalt gewesen. Was mir wirklich fehlt ist menschliche Wärme und aufrichtige Sorge. Ich habe sehr gute Freunde/Freundinnen, die mir zu einem kleinen Teil mein Leben ein Stück weit schöner machen - aber was ist das schon? Es kratzt gerade einmal an der Oberfläche und kann nicht darüber hinweg täuschen, dass mir die wichtigen Dinge in meinem Leben fehlen.
Ich sitze gerade hier und fühle mich verletzlich und wahrscheinlich bin ich das gerade auch. Ich fühle mich wie das kleine Kind, das verschüchtert in der Ecke sitzt und all die Erwachsenen anstarrt, mit großen, wachen Kinderaugen, sich aber dennoch vor der Größe und der Vielfalt des Lebens fürchtet. Alleine sitzt das Kind da, alle anderen stehen im Raum verteilt, im Gespräch vertieft. Das Leben in all seinen Facetten! Nur von Zeit zu Zeit kommt einer der Erwachsenen vorbei, beugt sich übergroß zu dem kleinen Kind hinunter und wechselt höflich gemeinte Worte mit diesem Kind. Doch kann das Kind diese Worte wirklich verstehen? Was ist der Sinn von all dem? Mehr Angst als Freude wird ausgelöst, wenn jemand mit diesem Kind spricht, es für einen Augenblick lang gleichstellt und ihm das Gefühl gibt dazu zugehören. Doch wie trügerisch ist dieses Gefühl? Wie groß ist die Enttäuschung, wenn es sich nach wenigen, außergewöhnlichen Momenten wieder allein in der Ecke wiederfindet!? Am liebsten würde es aufspringen und aus dem Raum fliehen, all die Menschen zurücklassen, die im Grunde doch nur Fremde sind und weit weglaufen! Doch es traut sich nicht, eingeschüchtert durch all die ernsten Gesichter und all die wichtigen Gespräche. Was kann das kleine Kind da schon tun, außer stillschweigend an Ort und Stelle zu verharren und stumme Tränen zu vergießen...?!

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