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Montag, 01. Mai 2006
Beltane
Von narrenkoenig21, 00:15

Es ist die Nacht des Beltane-Festes. Die Nacht der Liebe und der Fruchtbarkeit. Die Große Mutter gewährt den jungen Paaren ihren Segen und schenkt ihnen Leben.
Es gibt kaum eine Nacht, die deprimierender für mich sein könnte. Ich sitze hier zu Hause, alleine und völlig hoffnungsfrei und verzweifelt. Der Abend war nicht schlecht, deprimierend, ja, aber nicht schlecht. Dank meiner sog. Elterm verbringe ich den Rest der Nacht nun doch alleine anstatt glücklich sein zu dürfen. Wahrscheinlich soll ich ihnen auch noch dankbar dafür sein. Allein bei dem Gedanken wird mir schlecht...
Ich bin bis in die letzte Ecke meines Körpers deprimiert. Hass auf meine Elern. Die Nacht des Beltane-Festes, die Nacht, in der ich, sollte alles hart auf hart kommen, aus diesem Leben gehen wollte. Ich habe mich schon länger entschieden dies nicht zu tun. Es gibt Dinge, die nach diesem Fest stattfinden werden, die ich mir nicht entgehen lassen möchte... Doch anstatt neue Hoffnung zu tanken, steigt meine Verzweiflung immer mehr... Ich weiß einfach nicht, wie das alles weitergehen soll... Ich weiß es einfach nicht... Die Nacht der Liebenden... ich fühle mich erneut nach außen gedrängt, ausgeschlossen... Ich sitze hier deprimiert zu Hause, bar jeder Hoffnung und ertrinke fast an Traurigkeit und Sehnsucht! Ich gönne allen ihr Glück, aber ich selber werde wohl niemals daran teilhaben können... Ich habe die Hoffnung auf Wärme, auf Liebe, auf Geborgenheit und das Ende der Sehnsucht schon aufgegeben... Die Welt ist nur noch eine oberflächliche Angelegenheit für mich... Heute wurde ich ganz stark das Gefühl nicht los zurückzubleiben... So viele Dinge geschehen, ziehen an mir vorüber und überholen mich... Und was ist mit mir? Ich, ich werde von Selbstmitleid, von schweren Gedanken und von Sehnsüchten zerfressen... Und die Mutter Erde soll nichts haben, was mich retten könnte? So sieht es aus... Nun sitze ich hier, völlig fertig (mit den Nerven und auch mit dieser Welt) und versinke in erbärmlichem Selbstmitleid... Mein Leben ist eine Sackgasse und selbst der Tod ist kein Ausweg mehr... Die Erfüllung meiner Sehnsüchte, das Ende des Horizontes erreichen - diese Dinge würden mich erlösen können... Bis dahin bleibe ich der, der ich nun mal bin: Der kleine, viel zu sensible Junge, der mit großen Augen die völlig unterschiedliche und unverständliche Welt vor sich betrachtet! Ich kann die Dinge sehen, ich kann sie schmecken und ich kann sie riechen! Aber fühlen? Wirklich und aufrichtig fühlen? Mit dem ganzen Herzen fühlen und fühlen mit jeder Faser meines Körpers? Die Gefühle wie ein Feuer tief in sich spüren? Ich zweifle ob ich dazu fähig bin...
Die Nacht des Beltane-Festes... Ein Feuer in mir ist erloschen. Niemand der mit mir über das Feuer in eine viel versprechende Zukunft springt... Was tue ich hier? Weg kann ich nicht und deshalb stolpere ich weiter durch diese Oberflächlichkeit... Unsere Vorfahren, die Kelten und all die anderen weisen Männer! Sie wussten noch, was Leben bedeutet! Was Überzeugung, was Glaube und was Wahrheit bezeichnen! Sie verstanden das Leben! Sie sahen es als große Kunst an und diese Kunst, die Kunst bewusst zu leben, die haben wir verloren und vergessen... Was uns geblieben ist, ist die Sehnsucht. Unendlich tief und unergründbar steckt sie wie ein Stachel im Fleisch ganz weit in meinem Herzen und vergiftet mein Leben mit düsteren Gedanken und unheilvollen Schatten...

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